Begleite mich auf meiner Weltreise


Indonesien Blog

Posted by Josia Zaugg on November 06, 2017

2 Nächte Jakarta

Dass ich vom Taxifahrer ziemlich abgezockt werden sollte, ahnte ich noch nicht bei meiner vierzigminütigen Hinfahrt vom Flughafen zu meinem Hostel, welches ziemlich am Stadtrand lag. Die Fahrt kostete genau 15 Schweizerfranken, sprich für mich als Schweizer natürlich immer noch sehr wenig. Im Hostel angekommen, kam es mir ein bisschen vor, wie bei jemanden Zuhause. Die Rezeption befand sich auf dem Esstisch und bestand aus einem Laptop, welcher von einer sehr hilfsbereiten Philippinerin betreut wurde. Ich kaufte mir sogleich eine Simkarte inklusive Guthaben, für den etwa fünffach günstigeren Preis als den, den ich in der Schweiz bezahlt hätte. Von der Hauptstadt Indonesiens habe ich einzig die beim Hostel umliegenden, herzigen Restaurants kennengelernt sowie meine Bettkapsel. Dies wars dann auch schon… Die Fahrt ins Stadtzentrum hätte eine knappe Stunde Taxifahrt bedeutet pro Weg. Dies war dann auch der Grund, wieso ich lieber meine Zeit verbrachte auf meinen drei Quadratmetern Privatsphäre, die übrigens völlig ausreichend waren und ich deutlich mehr schätzte, als die quietschenden Doppelbetten, welche ich auch schon des Öfteren vorfand auf meiner Weltreise. Als ich am Abreisetag die aufgerundeten vier Schweizerfranken bezahlte für den Taxichaffeur, der mich die genau gleiche Strecke zum Flughafen brachte, strahlte ich vor Vorfreude über dieses günstige Reiseland!

2 Nächte Sanur (Hauptinsel Bali)

Was für eine Hammer Unterkunft ich hatte in Sanur, ganz in der Nähe von Denpasar, dem Hauptort Balis! Neben einem fetten Pool gab es gemütliche Sofas, welche so richtig zum chillen einluden. Mein Bett befand sich zwar in einem Raum mit weiteren sieben Betten, welche durch Vorhänge aber schön abgetrennt waren voneinander. Die beiden Nächte, inklusive Rollermiete, kosteten mich gerade mal 25 «Fränkchen», welche ich natürlich noch so gerne bezahlte! Ich genoss die Zeit ausdrücklich fest, ass lecker indonesisch und beobachtete die farbenfrohen Drachen am Himmel. Einen Haarschnitt verpasste ich mir um vier Franken und fand, es sah gar nicht so schlimm aus! Abends schaute ich ein paar Videos auf einem der bequemen Sofas, trank lokales Bintang Bier und mir wurde wieder einmal mehr bewusst, wie gut es mir doch eigentlich geht!!! So richtig glücklich fühlte ich mich wieder einmal😊 Was wollte ich auch mehr??? Der Barkeeper hatte dann auch wirklich wahnsinnig viel zu tun. Insgesamt zwei Bierdeckel musste er öffnen an diesem Abend, danach konnte er sich wieder seinem Handy widmen… Ja die Balinesen, die wissen noch ganz gut, wie das funktioniert mit dem langweilen und Nichtstun. Nichts desto trotz, lernte ich sie als sehr liebevolle, hilfsbereite und fröhliche Menschen kennen!

3 Nächte Nusa Penida (Nachbarinsel von Bali)

Mit dem Speedboot erreichte ich eine der wohl schönsten Inseln Indonesiens - Nusa Penida! Festgeklammert an meiner Lebensversicherung, dem ziemlich verrückten und jungen Motorradfahrer, liess ich mich zu meiner Unterkunft transportieren. Erleichtert stieg ich von diesem Schrottroller ab und bedankte mich nur so halbwegs für diese Dienstleistung, welche glücklicherweise gutging! Dann betrat ich meine Unterkunft für die kommenden drei Tage, welche ich von meinem Bruder noch nachträglich, zu meinem 21. Geburtstag beschenkt bekam. Ein wunderschöner Pool thronte in der Mitte, umgeben von herzigen Bungalows und einem grösseren Gebäude, indem sich auch mein Mehrbettzimmer befand. Wie sich herausstellte, waren meine Zimmergenossen dann auch noch meine Reisepartner, für die kommenden drei Tage! Wir unternahmen gemeinsam Ausflüge auf dieser grossartigen Insel und erkundeten die Hotspots! Unteranderem gingen wir schnorcheln und sahen hautnah bis zu drei Meter grosse Mantarochen, Fischschwärme und ein sehr lebhaftes Riff! Noch nie zuvor hatte ich beim Schnorcheln, was derart Wunderschönes entdeckt unter Wasser!

Neunundneunzig Prozent der Verkehrsvehikel auf Nusa Penida sind Roller. Helme sind für die Inselbewohner wohl sowas wie ein Fremdwort und haben nur vereinzelte Touristen aufgesetzt, sofern sie das Glück hatten, das ihr Verleiher auch Helme anbot. Die Strassen als Strasse zu bezeichnen, wäre oftmals restlos übertrieben, denn die Strassen sind zur Hälfte nichts anderes als eine ziemlich üble Schotterpiste. Kein Wunder hatte ich abends dann ganz schöne Nackenschmerzen beim Liegen. Mit den schönen und unvergesslichen Eindrücken, dieser absolut spektakulären Natur, konnte ich aber dennoch gut einschlafen! Die einzigartigen Buchten und Felsformationen, die diese Insel zu bieten hat, sind nämlich der absolute Oberhammer sage ich euch! Auch noch nie zuvor habe ich nur annähernd, solch gigantische Buchten gesehen, welche die Natur in unzählbaren Jahren, erschaffen hat.

Solch fröhlichen Kindern war ich auch noch nirgendswo begegnet. Als ich sie auf dem Schulweg kreuzte mit dem Roller, erwiderte ich ihre ausgestreckten Hände mit einem Handschlag, welches sie wiederum, mit einem freudigen Kreischen quittierten! Massentourismus gibt es auf dieser Insel noch nicht und gilt deshalb, momentan NOCH, als Geheimtipp. Ziemlich sicher wird sich dies aber ändern in den nächsten Jahren und schon bald werden ein Vielfaches an Touristen, diese Insel stürmen. Ich fürchte, mitschuldig dafür sind auch genau solche Leute wie ich, wo mittels Blogs und spektakulären Bildern, indirekt Werbung erzeugen…


3 Nächte Kuta, Lombok

Froh sicher gelandet zu sein mit einer Airline, die auf der Blacklist steht - wie ich später hörte, betrat ich die nächste grosse Urlauberinsel Indonesiens – Lombok. Das Hostel namens Botchan war dann eine kleine Überraschung für mich. Ich wurde willkommen geheissen von den coolen Mitarbeitern und meinem Bett zugewiesen. Die Mehrbettzimmer befanden sich in zweistöckigen Bungalows, davor platziert war ein grosser Swimmingpool und eine schöne Gartenanlage mit Teich. Kein Wunder, ist dieses Hostel ständig ausgebucht und sehr beliebt bei den preisbewussten Backpackern, wie ich ja auch einer bin. Ich hatte das Glück, das Einzelbett in der zweiten Etage zu bekommen und hatte so nur noch ein einzelnes Bett neben mir. Ohne Neid guckte ich auf die beiden Hochbetten unter mir und freute mich, auf die bevorstehenden drei Nächte in dieser tollen Unterkunft.

Bereits am ersten Abend hockte ich an einem grossen Tisch, zusammen mit gleichaltrigen Backpackreisenden aus verschiedenen europäischen Ländern. Wir genossen das günstige aber leckere Essen, sowie das Austauschen untereinander über Gott und die Welt. Mittels Roller und einfachem Helm, fuhren wir tags darauf zu einem der schönsten Strände Lomboks, schlürften Kokosnussmilch aus einer frisch geschnittenen, etwa drei Kilogramm schweren Kokosnussfrucht, wateten durch den weichen Sand im türkis gefärbten Meer oder lagen einfach nur faul herum im feinkörnigen Sand. Nachdem die Deutschen zurückkamen von einer Surfsession, stärkten wir uns alle mit typisch indonesischem Essen in einer sogenannten Warung, welche direkt am wunderschönen Strand lag!

Einen Tag später mietete ich wieder einmal einen Roller und wurde durch zwei Studentinnen aus Holland, zu einem Strand geführt, welcher sich perfekt eignete um Surfen zu lernen. Nachdem ich mich satt gegessen hatte, ging es mittels eines grossen Surfbretts und einem jungen Surflehrer in die brechenden Wellen. Das erste Mal, stand ich nun in den kommenden 90 Minuten auf einem Surfbrett und ritt die Wellen, so gut es ging. Und siehe da, es gelang mir schon erstaunlich gut und ich schaffte es einige Male, bis zu zehn Sekunden auf dem Brett zu stehen und darauf bis zum Meeresende zu surfen. Was für eine Freude und ein Motivationsschub, wenn man bereits von Anfang an solche Erfolge erzielt! So bedankte ich mich recht herzlich bei meinem Surflehrer Harry, welcher gerade mal 15CHF kostete für die knappen zwei Stunden, die er mir das Surfen beibrachte! Etwas traurig mit dem Gedanken, dass es morgen bereits weitergeht und ich mir nicht nochmals ein Surfbrett schnappen werden kann, um mich sogleich in die Wellen zu stürzen, begebe ich mich zu meinem Roller. Schliesslich ging es dann wieder zurück mit den beiden Holländerinnen, welche die Sonne währenddessen genossen hatten und wir fuhren über schmale Strassen, welche sich durch die einzigartige Natur Lomboks schlängelte, zurück in unsere Unterkunft.

Nach drei intensiven, sehr erlebnisreichen Tagen hiess es für mich, Tschüss zu sagen bei den tollen Leuten, die ich in dieser kurzen Zeit kennenlernen durfte und ich stieg mit etwas Wehmut in das Taxi ein. Der Entscheid drei Tage auf dieser Insel zu verweilen war, weil ich eigentlich sicherheitshalber flüchten wollte vor dem brodelnden Vulkan, dem Mount Agung auf Bali. Es wurde die höchste Gefahrenstufe ausgerufen und man rechnete jederzeit mit einem Ausbruch, welcher schwerwiegendste Auswirkungen verursacht hätte. Sobald er nämlich ausgebrochen wäre, hätte das bedeuten können, dass der gesamte Flugverkehr weit um Bali zum Erliegen gekommen, sowie tausende Touristen, gestrandet wären. Das Szenario vom Chaos, welches garantiert ausgebrochen wäre auf den beiden Inseln, wollte ich mir gar nicht ausmalen, geschweige denn miterleben. So steig ich wieder einmal in einen Billigflieger und flüchtete regelrecht vor dieser ungemeinen, unvorhersehbaren Naturgewalt und sah aus dem Flieger sogar noch den mächtigen Vulkan, von welchem dicke Rauchschwaden in den Himmel aufstiegen!


2 Nächte Yogjakarta, Java

Ich landete in einer Stadt, wo ich zuvor noch nie etwas gehört hatte in meinem Leben. Der Grund dafür war der günstige Flugpreis und eine Deutsche die ich auf Lombok kennengelernt hatte und einen Tag vor mir dahinflog. Die Wahl war für mich also nicht besonders schwer, denn es hatte noch den weiteren Vorteil, dass ich von hier aus einen super günstigen Flug in mein letztes Reiseland gefunden hatte - Japan! Der kettenrauchende Taxifahrer fuhr mich durch den dichten Feierabendverkehr von Yogja und brachte mich nach geschlagenen 60 Minuten in meine Unterkunft. Meine Unterkunftswahl fiel auf das Bamboo Bamboo Homestay in ein Vierbettzimmer, welches ich aber so gut wie alleine für mich hatte😊 Wie sich herausstellte war auch diese Wahl super, denn das Angebot an Homestays und Hostels war riesig in dieser ziemlich heruntergekommenen Stadt. Vor meiner Zimmertüre schwammen grosse Fische, es hatte eine herzige Küche sowie Sofas und ein grosser Küchentisch diente mir als Arbeitsplatz! Gekostet hatten mich die beiden Nächte sehr günstige zwölf Schweizerfranken… Ganz in der Nähe der Unterkunft lag eine Restaurantstrasse, welche abends sehr lebhaft wirkte und sich sowohl Einheimische wie auch die vielen Touristen sammelten, um den Abend bei einem Gericht oder einem Bierchen ausklingen zu lassen.

Nach der ersten Nacht stand ich mal ausnahmsweise frühmorgens auf, denn der heutige Tag sollte so richtig abenteuerlich werden! Ich hatte mich verabredet mit der Deutschen, die ich bereits auf Lombok kennengelernt hatte. Sie wollte einen Tagesausflug unternehmen zu einem wunderschönen See, etwa zwei Stunden entfernt von Yogja und fragte mich spontan, ob ich denn auch mitkommen möchte. Zum guten Glück entschied ich mich, nach anfänglichem Zögern, mitzukommen und so wurde ich abgeholt von ihr und dem Guide, den wir mieteten für diesen Tagesausflug. Heilfroh, lebend und Wohlauf angekommen zu sein auf dem Aussichtsberg Kalibiru, stiegen wir aus dem einfachen Familienauto aus. Die «Strassen» die auf diesen Berg hinaufführten, waren teilweise in angsterregenden Zustand, dazu noch nass und teilweise extrem steil. Durch regenwaldähnliches Gebirge «fuhren» wir, über die kiesige und teilweise asphaltierte Piste, entlang steilen Abhängen, einige hundert Höhenmeter nach oben. Unser wagemutiger Fahrer meisterte diese Herausforderung ganz ohne 4x4 Radantrieb doch noch relativ geschickt!

Zum Frühstück schlürfte ich eine Nudelsuppe aus, schutzsuchend unterhalb eines Sonneschirmes vor dem leichten Regen, der gerade einsetzte. Zum Glück war dieser nur von kurzer Dauer und wir begaben uns zu den vielzähligen Aussichtsplattformen, hinter welchen der einzigartig schöne Waduk Sermo lag. Dieser Waduk, auf Deutsch See, liegt eingebettet in einer Waldhügellandschaft und sieht ziemlich spektakulär aus von diesen Aussichtsplattformen. Natürlich kann man darauf noch coole Posen machen und sich abknipsen lassen, entweder von professionellen Fotografen, oder wenn man im Besitz einer Drohne ist, natürlich auch mit dieser! So entstanden einige tolle Schnappschüsse sowie auch geniale Drohnen Videoaufnahmen, die ich natürlich auch irgendwann mal noch zu einem Video schneiden werde!

Wir weckten unseren Fahrer, um uns zur nächsten Attraktion transportieren zu lassen, einer Wasserfalllandschaft mitten im Wald. Wir bestaunten herzige Wasserfälle und die wunderschöne, sehr interessante Landschaft. Ich sprang ausserdem noch in das kühle Nass von einer kleinen Plattform und fuhr kopfvoran an einer Seilbahn über einen wunderschönen Wasserfall! Danach verköstigten wir uns zum Mittagessen in einer kleinen, herzigen Warung. Wir bekamen noch Gesellschaft von einer jungen Einheimischen, die die Gelegenheit nicht auslassen wollte, ihr Englisch ein bisschen aufzubessern. Keine 15Jahre alt schätzte ich Sie, aber siehe da, sie war bereits Erwachsen und eine Kindergartenlehrerin, sofern ich das richtig verstanden hatte mit ihren bedürftigen Englischkenntnissen. Als die Rechnung kam, traute ich meinen Augen kaum! Für drei Menus inklusive Getränke usw. wurde umgerechnet etwa vier Franken verlangt… Natürlich rundeten wir den Betrag um beinahe das doppelte auf, bedankten uns für das leckere Essen und wollten es nicht unterlassen, noch ein paar Erinnerungsfotos zu schiessen😊

Am frühen Nachmittag entschieden wir uns, bereits wieder zurückzufahren in Richtung Yogja. Nach einer interessanten Fahrt beschlossen wir, noch einen indonesischen Tempel zu besuchen. Mir gefiel er jetzt weniger, dafür wenigstens der Organisatorin dieses Ausfluges, der ich an dieser Stelle noch einmal recht herzlich danke sagen möchte😉 Für Sie wurde es dann langsam Zeit, um an den Flughafen gebracht zu werden um ihre lange Heimreise antreten zu können. So wurde ich abgeladen vor meinem Homestay und verabschiedete mich bei den Beiden. Als ich abends müde im Bett lag, schwelgten meine Gedanken über die vielen, unvergesslichen Eindrücke von diesem intensiven Tag über, zu meiner noch bevorstehenden Reise. In einigen Stunden sollte ich bereits wieder im Flieger sitzen und dieses hochinteressante Land schon wieder verlassen müssen nach zwölf sehr erlebnisreichen Tagen! Was für ein Trost beim Abflug von Yogjakarta mit dem Gedanken, schon sehr bald wieder in dieses Land zurückkommen zu dürfen!

Währenddem ich diesen Blog schreibe, sei es im Flieger, am Pool oder am Esstisch, befinde ich mich bereits schon wieder in Indonesien!!! Diesmal bin ich mit meinem Vater unterwegs und wir erkundeten gemeinsam Hongkong und genossen danach drei unvergesslich schöne Tage auf der grossen Urlauberinsel – Bali. Gebucht hatten wir das ganze eben schon längst vor meiner Weltreiseplanung. Dies war auch einer der Gründe wieso ich mich auf ein Zeitfenster von ungefähr 70 Tagen beschränken musste… Bis Mitte November strebe ich das Ziel an meinen Japan Blog geschrieben zu haben!

Bei Fragen, Anregungen, Kritik usw. – ich würde mich freuen über eine Nachricht von dir an: josia.zaugg@gmx.ch

Lombok Kuta

Photographs by josia zaugg.